Evangelisches Krankenhaus Lütgendortmund

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Fachbereich Psychiatrie und Psychotherapie


Der Chefarzt im Interview

„Bei psychischen Erkrankungen sollte es keine Behandlungsschemata geben, sondern einen individuell abgestimmten Therapieplan"


Herr Dr. Finkbeiner, welche Krankheitsbilder werden in Ihrem Fachbereich behandelt?

Bei uns können alle Erkrankungen aus dem Bereich der Psychiatrie behandelt werden – mit Ausnahmen der Magersucht und der Spielsucht. Patienten, die darunter leiden, vermitteln wir in darauf spezialisierte Fachkliniken. Wir verfügen in unserem Haus über vier Stationen mit insgesamt 68 Betten. Jede Station repräsentiert einen eigenen Kompetenzschwerpunkt. Dazu gehören die allgemeine Psychiatrie mit Krankheitsbildern wie Psychosen und Neurosen bzw. Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, die Station, auf der Angst- und Depressionskrankheiten behandelt werden, eine Station für Krisenintervention und Suchtkrankheiten sowie die gerontopsychiatrische Station.

 


Gibt es in Lütgendortmund auch einen geschlossenen Fachbereich?

Nein, alle unsere Stationen praktizieren das „open-door-Prinzip“. Wir haben festgestellt, dass solche „offenen Türen“ die Schwellenängste erheblich reduzieren. Das gilt auch für unsere Tagesklinik, die über weitere 25 Behandlungsplätze verfügt.

 



Welche Behandlungsmethoden wenden Sie an?

Die Frage kann man so allgemein nicht beantworten, denn jede Erkrankung und jeder Patient hat eine individuelle Geschichte und Verlaufsform. Wir erarbeiten einen persönlichen Therapieplan, der das Lebensumfeld, die zeitlichen Ressourcen und die gesunden Persönlichkeitsanteile des Patienten berücksichtigt. Dabei lassen wir uns von einem ganzheitlichen Denken leiten, das biologische, psychotherapeutische und sozialpsychiatrische Behandlungsansätze miteinander kombiniert. Hierbei setzen wir körperbezogene, sozialpsychiatrische und ergotherapeutische Verfahren differenziert ein. Auch Angehörige können in die Therapie einbezogen werden. Sehr positiv auf die Arbeitsabläufe und den Erfolg wirkt sich die enge Kooperation mit anderen Fachbereichen unseres Krankenhauses aus, so zum Beispiel mit dem Fachbereich für Innere Medizin. Darüber hinaus legen wir aber auch Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit den medizinischen und nicht-medizinischen Einrichtungen außerhalb der Klinik. Dazu gehören der überweisende Arzt ebenso wie das Gesundheits- oder Arbeitsamt, das Rehazentrum und die Selbsthilfegruppen. Die Behandlung endet ja häufig nicht mit dem Ende des Krankenhausaufenthaltes, sondern muss ambulant weitergeführt werden.

 


Die meisten Ihrer Patienten werden sicher von Haus- oder Nervenärzten an Sie überwiesen. Was kann denn jemand erwarten, der von sich aus Hilfe sucht?

Erwachsene, die  direkt zu uns kommen wollen, können sich an unsere Institutsambulanz wenden. Drei Fachärzte, zwei Psychologen und drei Arzthelferinnen stehen hier werktags von 8.00 Uhr bis 16.30 Uhr für die psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung zur Verfügung. Normalerweise haben Patienten, die die Ambulanz aufsuchen, einen Überweisungsschein vom Haus- oder vom Facharzt. Es reicht aber auch die Versichertenkarte. In der Institutsambulanz erstellen die Ärzte des Fachbereichs für Psychiatrie und Psychotherapie bei Erstkontakten zeitnah persönliche Diagnosen, die die Weichen für den individuellen Therapieplan stellen. Einige Behandlungen können ambulant durchgeführt werden. Damit vermeiden wir unnötige stationäre Aufenthalte. In vielen Fällen ist jedoch ein solcher erforderlich. Schwerpunktmäßig bieten wir in der Institutsambulanz Depressionsbehandlung, Psychosetherapie, Gedächtnissprechstunde und Suchttherapie an. Die Institutsambulanz vergibt feste Termine. Darüber hinaus steht der Dienstarzt für Notfälle rund um die Uhr zur Verfügung.

 


Wie geht es dann nach einer stationären Behandlung weiter?

Hier gibt es mehrere denkbare Alternativen. Zum einen können kontinuierliche nachstationäre Therapien in unserem Hause durchgeführt werden, zum anderen ist eine Weiterbehandlung durch den überweisenden Haus- oder Facharzt möglich. Grundlage dafür bilden die von uns erarbeiteten Therapiepläne. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, dass der Hausarzt einen Patienten beispielsweise zur ergotherapeutischen ambulanten Behandlung an uns überweist.

Herr Dr. Finkbeiner, herzlichen Dank für Ihre Ausführungen.

 




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Chefarzt Finkbeiner

Chefarzt Dr. med. Thomas Finkbeiner

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Facharzt für Neurologie


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